Wir über uns
Die Chronik
anlässlich des 75 jährigen Jubiläums
Das westfälische SchützenwesenDie Anfänge des westfälischen Schützenwesens reichen weit ins Mittelalter zurück. Vielleicht ist das erste tragende Fundament der Schützenvereine die Nachbarschaftspflege - besonders auf dem Lande - gewesen. Der Mensch war allein auf sich gestellt, und um Heim und Herd zu schützen, bildeten sich im 6. und 7. Jahrhundert Nachbarschaften und Gilden. Auch als die Bauern später in der Hörigkeit von Kirche und Adel unter deren Schutz kamen, mussten sie sich doch noch in Selbsthilfe üben, um sich gegen Überfälle und Verbrecher zu schützen. Deshalb schlössen sie sich, im Münsterland vor allem bauerschaftsweise, zu so genannten Landwehren zusammen. Hier übte man sich im Gebrauch der Waffen, und irgendwann begann man, einmal alljährlich auf den Vogel auf der Stange zu schießen. Mit diesem Vogelschießen waren Vergnügungen aller Art verbunden. Oft arteten diese Feiern so aus, dass von der Obrigkeit dagegen eingeschritten werden musste.
Mit dem Aufkommen der Söldnerheere trat die Landwehr kaum noch in Erscheinung, gewann jedoch in den grausigen Zeiten des 30-jährigen Krieges (1618-1648) wieder an Bedeutung.
Zu dieser Zeit gab es auch in Hoetmar eine solche Selbstschutzorganisation, die um das Jahr 1645 einen Kriegszug gegen Freckenhorst führte. Die Hoetmarer hatten ihr Vieh in den Teil der Mark, der den Freckenhorstern zur Nutzung zustand getrieben und dabei sogar einen Wall durchstochen und einen Baum abgebrannt Die Freckenhorster warteten nicht erst das nächste Markgericht ab, sondern trieben das fremde Vieh auf ihre eigene Schüttstelle. Hierüber entstand in Hoetmar große Aufregung und unter Führung des Fähnrich Verneuer (heute Hof Schulze Langenhorst) zogen die Hoetmarer gegen Freckenhorst zu Felde. Es kam zu Handgemengen und Schießereien. Auf beiden Seiten gab es Verwundete und Tote (namentlich erwähnt werden Verneuer und der Freckenhorster Frintrup). Dies alles hatte ein gerichtliches Nachspiel, dessen Ausgang jedoch nicht bekannt ist.
Die Entwicklung des Militärwesens zum stehenden Berufsheer ließ die wehrtechnische Bedeutung der Schützenvereine völlig schwinden. Unter der Herrschaft Napoleons wurden die Schützenvereine aufgelöst, doch als nach dem Wiener Kongress Westfalen wieder zu Preußen gehört, finden wir vielerorts Wieder- oder Neugründungen. Diese neuen Vereine hatten keine militärischen Aufgaben mehr; ihr Hauptziel war vielmehr die Pflege von Gemeinschaft und Geselligkeit.
Über diese Anfänge des Schützenwesens in Hoetmar liegen keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Die älteste Meldung berichtet, dass der Maurer und Händler Th. Baumhover, Dorfbauerschaft 33, 1875 der letzte Schützenkönig war.
Doch wenden wir uns nun dem Jahr zu, in dem unser heutiger Schützenverein nachweislich gegründet wurde.
Von der Gründung bis zum 2. Weltkrieg
Wir schreiben das Jahr 1912:
Am 27. Januar hat Kaiser Wilhelm in Berlin seinen 53. Geburtstag gefeiert, am 30. März stirbt Winnetou-Autor Karl May und rund 14 Tage später, am 15. April, sinkt der Luxusdampfer »Titanic«.
In Hoetmar wurde im Winter dieses Jahres die Bauerschaftsschule in Buddenbaum fertig. Und noch bevor hier am 1. Mai Herr Anton Klawitter als Lehrer eingeführt wurde, traf sich am Freitag, dem 22. März 1912, eine Gruppe Hoetmarer Bürger mit dem Ziel, einen Schützenverein zu gründen. Es wurde ein 12-köpfiges Komitee gewählt, das die nötigen Vorbereitungen zur Feier eines Schützenfestes treffen soll.
Es wurden gewählt:
1) Heinrich Kortenjann
2) Hermann Schweck
3) Th. Althoetmar
4) Josef Löckmann
5) Hubert Richter
6) Bernh. Reinke
7) H. Bußfeld
8) H. Drees
9) Jos. Huerkamp
10) Jos. Schüsseler
11) B. Jungmann
12) B. Frochte
Im nächsten Treffen des Komitees am 29. März 1912 wurde u.a. beschlossen, den Verein »Landwirtschaftlicher Schützenverein« zu nennen; es wurde eine Satzung aufgestellt und Mitgliedsbeiträge, Eintrittsgelder und Prämien für den Abschuss des Vogels und des Hampelmanns festgesetzt. Besonders interessant war sicherlich der Beschluss, dass jedes Mitglied, welches ohne wichtigen Grund nicht an dem Schützenfest teilnahm, eine Strafe von l,- DM (dieses entsprach dem halben Jahresbeitrag) zu zahlen hatte.
In der ersten Generalversammlung am 21. April 1912, bei der der Verein schon 58 Mitglieder zählte, wurde dann folgender Vorstand gewählt:
| Vorsitzender und Schützenoberst: | B. Reinke |
| Stellvertreter: | J. Huerkamp |
| Schriftführer: | C. Bisping |
| Kassenführer: | H. Kortenjann |
| Beigeordnete: | H. Haarmann A. Stauvermann B. Willinbrink L. Schulze Bövingloh |
Bereits 14 Tage später, der Verein zählte schon 95 Mitglieder, fand die 2. Generalversammlung statt, in der 14 Chargierte und 6 Mann zum Festkomitee gewählt wurden.
Am Montag, dem 17. Juni, war es dann endlich soweit. Morgens um 5.00 Uhr weckten Böllerschüsse die Dorfbewohner zum 1. Schützenfest.
Um 12.30 Uhr war Antreten beim Gastwirt Fleuter (heute Terbaum bzw. Eichholt). Von dort marschierte man zum Marktplatz, wo durch den Amtmann Becker feierlich die Fahnenweihe vorgenommen wurde. Unter dem Kommando des Obersten Reinke ging's dann zum Festplatz zum Vogel-, Hampelmann- und Sternschießen. Nach hartem Kampf konnte der Schriftführer des Vereins, Herr Carl Bisping, die Königswürde erringen. Unter dem Jubel seiner Schützenbrüder wurde er zum Bierstand getragen. Derweil waren die Königsadjudanten auf dem Festplatz erschienen und nach der Thronberatung preschten sie im Galopp davon, um Königin und Hofdamen die frohe Kunde zu überbringen.
Als Königin und Throngesellschaft auf dem Festplatz erschienen, fand die feierliche Krönung statt. Nach der Krönung und dem Rückmarsch zum Dorf wurde der Festball durch eine Polonaise eröffnet.
Lange Freude hatte Carl Bisping jedoch nicht an seiner Königswürde, denn noch im selben Jahr verstarb er an den Folgen eines inneren Leidens. Dieses traurige Ereignis nahmen die Schützen jedoch nicht als schlechtes Omen, sondern beschlossen, auch im nächsten Jahr zu feiern. Auf der Generalversammlung wurde Josef Schüsseler zum neuen Schriftführer gewählt, und beim Schützenfest übernahm Anton Stauvermann die Aufgaben des alten Königs. Der Festverlauf war der gleiche wie im Vorjahr, jedoch fand in diesem Jahr am Nachmittag auf dem Festplatz auch eine Kinderbelustigung statt.
Das Schützenfestfeiern schien den Hoetmarern in gefallen, denn im nächsten Jahr (1914) begann man bereits am Sonntagnachmittag mit dem Sternschießen, am Abend war ein Ball und am Montag nahm das Fest seinen gewohnten Gang.
Rund 2 Monate später begann der 1. Weltkrieg, und in den nächsten 4 Jahren war an's Feiern nicht mehr zu denken.
Nach der Niederlage Deutschlands im November 1918, der Abdankung des Kaisers, der Revolution und der Ausrufung der Weimarer Republik finden die zurückkehrenden Soldaten ein völlig verändertes Deutschland vor. Trotz der wirtschaftlichen Nöle und der wirren politischen Verhältnisse findet im Spätsommer 1919 das nächste Schützenfest statt. Offensichtlich sehnte man sich in diesen schwierigen und düsteren Zeiten nach etwas Frohsinn und Geselligkeit. Die Reihen sind stark gelichtet, denn auch viele Hoetmarer sind auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges geblieben. Es dauert auch einige Jahre, bis der Verein seine alte Größe wieder erreicht hat, doch unter dem Vorsitz von Bernhard Reinke und dem Kommando von Oberst Anton Stauvermann geht es stetig bergauf.
Noch zweimal, und zwar in den Jahren 1923 (Ruhreinbruch und Inflation) und 1931 (Brüningkrise), musste das Schützenfest ausfallen. Der Festverlauf war in allen Jahren in etwa gleich. Gefeiert wurde nur an einem Tag, der mit dem Hochamt begann, anschließend traf man sich zum Tottchenessen. Mittags nach dem Antreten ging's zum Festplatz, abends um 20.00 Uhr war Polonaise und anschließend Festball im Saale Kramer. Festplatz war bis zum Jahre 1935 Lechteneuers große Wiese.
Nach dem Königsschuss zogen sich der Vorstand und der neue König in Lechteneuers »bestes« Wohnzimmer zurück, um über den Hofstaat zu beraten. Zu einem Höhepunkt des Festes entwickelte sich immer mehr die Krönung, für die sich seit der Gründung Krönungsmeister Wilhelm Fleuter (ab 1929 Wilhelm Jasper) und Zeremonienmeister Heinrich Waltmann verantwortlich zeigten.
Die Stimmung zum Hoetmarer Schützenfest spiegelt vielleicht am besten die Einleitung im »Glockebericht« über das Fest im Jahre 1925 wieder:
»Vom Wetter begünstigt, in einer Jahreszeit, wo auch die verkrüppelten Bäume noch zaghaften Blätteransatz versuchen und sich bemühen, etwas jugendlich auszusehen, feiert Hoetmar sein landwirtschaftliches Schützenfest«.
Als im Jahre 1926 Anton Stauvermann, der wegen der Ähnlichkeit häufig Hindenburg II genannt wurde, den Vogel abschoss, übernahm Theo Bußfeld die Aufgabe des Oberst, die er 1930 an Heinrich Werdelhoff übergab.
Unerwarteten Besuch erhielten die Hoetmarer zum Fest im Jahre 1927, denn im Verlaufe des Nachmittags kamen die 12 ehemaligen Könige der Warendorfer Bürgerschützen auf den Festplatz gefahren. Grund dieses Besuches war die Festwirtin, Frau Wwe. Kramer, geb. Niemer, die vor 50 Jahren Königin der Bürgerschützen gewesen war. 5 Jahre später, im Jahre 1932, wurde Frau Kramer im Alter von 75 Jahren auch Königin von Hoetmar. König war Bernhard Willenbrink, der im Jahre 1927 nach dem plötzlichen Tod von Bernhard Reinke den Vorsitz Übernommen hatte. Im Jahre 1930 wurde durch planmäßige Werbung der Mitgliederbestand um 70 Männer auf nun 170 Mitglieder erhöht, so dass erstmalig die Mitgliederzahl des Jahres 1914(152) übertroffen wurde. Auch wurde das Festprogramm attraktiver gestaltet, denn sofort nach dem Töttchenessen marschierte man vom Festzelt zum Vogelschießen und gönnte sich anschließend eine Mittagspause.
Im Jahre 1937 feierte der Verein sein 25- jähres Bestehen und ehrte aus diesem Anlass 21 Mitbegründer des Vereins: Theodor Althoetmar, Bernhard Eickhoff, Josef Hellmann (sen.), Theodor Höselmann, Johann Heuckmann, Heinrich Kortenjann, Bernhard Hartmann-Lange, Heinrich Richter (Lentrup), Johann Schwarzkopp, August Schneyer, Heinrich Stork, Anton Stauvermann, Ludwig Vrochte, Bernhard Willen-brink, Heinrich Werdelhoff, Josef Huerkamp, Peter Tilkorn, Hermann Künne, Josef Recker, Hermann Herweg und Heinrich Waltmann.
Schon damals pflegte man gut nachbarschaftliche Beziehungen zu Freckenhorst, und so war es nicht verwunderlich, dass Bürgerschützenverein und Hubertusschützenverein Freckenhorst zum Jubiläum gratulierten und einen Fahnennagel an das Hoemarer Schützenbanner hefteten.
Auch am Hoetmarer Schützenverein ging die Zeit des Nationalsozialismus und die Gleichschaltung der Schützenvereine nicht spurlos vorüber. Doch größere Einmischungen der Nationalsozialisten konnte man verhindern; Ludwig Präbsting war zu dieser Zeit Vereinsführer. Auch im Jahre 1939 wurde noch ein prächtiges Schützenfest gefeiert, das unter dem Motto des Schützenhauptmanns Franz Tilkorn stand: »Tut Euch was« in »herz«lichen Nöten«. Obwohl, oder vielleicht auch gerade weil schon dunkle Wolken am politischen Himmel aufzogen, und der Krieg seine Schatten vorauswarf, feierte man so ausgelassen wie selten. Nach einer rauschenden Ballnacht zogen traditionsgemäß die letzten Feiernden mit der Blasmusik durchs Dorf zum »Schulten« (Tilkorn) und brachten die Fahnen zurück. Mit einem letzten Tanz in der Bauerndiele fand auch dieses Schützenfest sein Ende, und keiner der so gut Gelaunten hatte wohl damit gerechnet, dass es für mehr als 10 Jahre das letzte Schützenfest sein sollte, denn nur knapp 3 Monate später begann der 2. Weltkrieg.
Von der Wiedergründung bis 1969
Sonntag, 25. Juni 1950
Die Schrecken und Nöte des Weltkrieges und der Nachkriegsjahre haben den Hoetmarern die Lust am Schützenfest nicht nehmen können. Auf vielfachen Wunsch fand an diesem Morgen im Saale Kramer eine Versammlung zur Wiedergründung des Schützenvereins statt. Es wurde ein Vorstand gewählt, der beauftragt wurde, alles in die Wege zu leiten, um möglichst am 24. Juli das Schützenfest feiern zu können. Gewählt wurden:
Franz Tilkorn (1. Vorsitzender)
Heinrich Werdelhoff (2. Vorsitzender)
Bernhard Averbeck (Schriftführer)
Josef Hellmann (Kassierer)
Außerdem wählte man Vertrauensmänner, die sofort mit der Mitgliederwerbung beginnen sollten.
Am Montag, dem 24, Juli ruhte in Hoetmar die Arbeit. Um 8.00 Uhr versammelten sich die Schützen in der Pfarrkirche, wo ein Hochamt für die Gefallenen und Verstorbenen des Vereins gefeiert wurde. Anschließend traf man sich beim Platzwirt Carl Fleuter zum Frühschoppen, und an allen Tischen gab es nur ein Thema: »Wer wird neuer König in Hoetmar?« Um 9.30 Uhr war dann Antreten. Spieß Pröbsting und Leutnant Krummacher hatten wenig Mühe, Ordnung in die Reihen zu bringen. Unter dem Kommando von Oberst Willenbrink und Hauptmann Theodor Heitwerth marschierte man zum Festplatz bei Tilkorn. Der Vorsitzende hatte das Gelände und auch seine große Scheune für die Feier zur Verfügung gestellt. Sofort begann man mit dem Vogelschießen und wenige Minuten vor 12.00 Uhr gelang es Josef Waltmann, den letzten Rest von der Stange zu holen. Nach über 10 Jahren hatte Hoetmar wieder einen neuen König. Für die Kinder fand um 15.00 Uhr auf dem Festplatz eine Kinderbelustigung statt. Danach übernahm Zeremonienmeister Franz Hellmann mit Frau Waltmann in seiner unvergesslichen Art die Krönung.
Der Festball wurde durch eine stattliche Polonaise eröffnet und es dauerte lange, bis die letzten Schützen die Fahne zum Schulzenhof zurückbrachten. Trotz Donner und Regen an diesem Tag war das Fest ein voller Erfolg. So war es keine Frage, dass auch in den nächsten Jahren Schützenfeste gefeiert wurden.
Im Wirtschaftswunder-Deutschland ging es stetig bergauf - und ähnlich erging es dem Schützen verein. Eine gravierende Änderung des Festprogramms wurde zum Schützenfest 1953 vorgenommen. Das Vogelschießen fand bereits am Sonntagnachmittag statt. Um 19.00 Uhr marschierte man zurück ins Dorf, und nach dem Zapfenstreich ging man nach Hause. Das Programm am Montag blieb wie in den Vorjahren, nur anstelle des Vogelschießens fand ein Hampelmannschießen statt. Zudem konnten die Schützen erstmalig an beiden Tagen ihre Schießkünste auch beim Preisschießen unter Beweis stellen. Zunächst war also am 1. Schützenfestabend noch kein Fest. Erst im Jahre 1959 fand am Sonntagabend ein öffentlicher Tanz statt, der sich erst im Laufe der Jahre zu einem Schützenball entwickelte. So ist es erklärlich, dass auch heute noch der neue König beim Fest am Abend als Schützenbruder und nicht als König begrüßt wird denn er wird ja erst am 2. Tag gekrönt.
Einem Außenstehenden mag dieser Programmablauf unglücklich erscheinen, fragt man jedoch ehemalige Könige, Hofherren und vor allen Dingen Königinnen und Hofdamen, so wird jede bestätigen, wie angenehm es ist, sich in Ruhe und ohne Hetz auf die Krönung und den anschließenden Königsball vorbereiten zu können.
Das Jahr 1959 brachte noch eine weitere Veränderung mit sich Behördliche Auflagen verlangten, einen neuen Kugelfang zu er richten. Um den Hof Tilkorn zu entlasten, auf dem seit 1936 das Vogelschießen stattgefunden hatte, wurde beschlossen, den Schießstand im Hofe der Gaststätte Bütfering-Kramer aufzubauen, und dort die Festnachmittage zu gestalten. Zapfenstreich und Krönung sollten jedoch weiter auf dem Hofe Tilkorn stattfinden.
Sicherlich wäre das Schützenfest am 24. Mai 1960 ähnlich verlaufen wie in den Vorjahren, hätte nicht die hohe Geistlichkeit, vertreten durch Pastor Homann, eingegriffen. Er führte den König des Jahres 1935, Heinrich Werdelhoff, an die Vogelstange, und um Punkt 19.00 Uhr tat dieser den Kaiserschuß. Zur Kaiserin erwählte sich der erste und bislang auch einzige Kaiser des Schützen- und Heimatvereins Hoetmar seine Königin von 1935, Frau Hedwig Brüning.
Bei der Kaiserkrönung übertraf sich der Zeremonienmeister Franz Hellmann, auch hob er noch einmal die Verdienste des Kaisers hervor. Nach der Krönung ließ es sich der Sohn der Kaiserin, Hermann Brüning, nicht nehmen, die Majestäten im Vierergespann durchs Dorf zu fahren. Die Verlegung des Schießplatzes in den Hof Bütfering erwies sich als keine gute Lösung, denn umfangreiche behördliche Auflagen machten einen erneuten Wechsel erforderlich. Rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläumsfest 1962 erhielt der Verein die Genehmigung, auf dem Gelände am Sportplatz das Vogel- und Preisschießen durchzuführen, und die Nachmittage dort zu gestalten.
Zur Vorbereitung des Hoetmarer Schützenfestes gehören traditionsgemäß zwei Versammlungen, von denen gesagt wird, dass deren Verlauf auch den Festverlauf kennzeichnet. Dies ist zum einen die Weinprobe, bei der von Vorstand, Festkomitee und Offizieren die Weine für's Fest ausgewählt werden, und zum anderen am Wochenende vor dem Schützenfest die Chargier-tenversammlung. Beide Versammlungen verliefen gerade in 1962 besonders gut, ja, bei der Chargiertenversammlung kam es sogar soweit, dass der Platzwirt Gesse kein Bier mehr hatte. Entsprechend verlief dann auch das Jubiläumsfest am 24. Jun 1962.
Auf dem neuen Festplatz wurde zunächst von Pastor Homann die neue Fahne des Vereins geweiht, dann gratulierten Vertreter der Nachbarvereine Freckenhorst, Enniger und Sendenhorst Beim Festball am Abend zeichnete der Vorsitzende 13 Mitbegründer des Vereins aus:
Franz Eggelnpöhler, B. Kaiser, B. Lange, Anton Piekenbrink, Heinr. Stork, Heinr. Werdelhoff, Jos. Recker, H. Hartmann, W. Willebrand, Jos. Huerkamp, Jos. Pöppelwerth, Theodor Kortenjann und B. Schwippe.
König wurde Ewald Venhues, der am nächsten Tag auch den Hampelmann abschoss. Doch damit war das Schützenfest noch nicht zu Ende. Die Schützen waren so in Schwung, dass sie sich am Dienstag - in Arbeitskleidung - zu einer Festverlängerung eigenen Stils entschlossen. Der zerrupfte Holzvogel wurde wieder auf die Stange gesetzt und ein erneutes Königsschießen veranstaltet. König im Maurergewand wurde Theo Wessel, und Maria Venhues wurde zur Königin des Tages erklärt. Mit Hurra und in ausgelassener Stimmung formierte sich noch einmal ein Festzug durch's Dorf.
Der neue Festplatz am Sportgelände hatte sich bewährt, und wie gut die Wahl war, mag man daran erkennen, dass auch heute noch dort vor der herrlichen Kulisse des Wiebusches gefeiert wird.
Auf der Generalversammlung im Jahre 1964 legte Franz Tilkorn, einer der Wiederbegründer des Vereins und 1. Vorsitzender seit 1950, sein Amt nieder. Zum Nachfolger wählte die Versammlung den bisherigen Oberst Bernhard Willenbrink, dessen Aufgabe Bernhard Krummacher übernahm.
Erstmalig wurde 1964 das Schützenfest am Samstag und Sonntag gefeiert, der weitere Festablauf entsprach dem des heutigen Festes, abgesehen von der Polonaise, die erst im Jahre 1967 wegen mangelnder Beteiligung gestrichen wurde. Überhaupt waren diese Jahre für den Verein eine schwierige Zeit, denn Mitgliederzahl und Beteiligung an den Festen ließen manchmal doch zu wünschen übrig. Doch schon im Jahre 1968 zeichnete sich hier eine Wende ab, als man dank intensiver Werbung fast 100 Neumitglieder aufnehmen konnte, und der Verein fast 300 Mitglieder zählte.
Im Januar 1967 wurde erstmalig ein Winterfest gefeiert. Obwohl das Fest nur sehr schwach besucht war, ließ man nicht sofort den Mut sinken. Auf der Generalversammlung im nächsten Monat beschloss man, die bisher übliche Abrechnung des Thrones beim Festwirt, zu der alle Schützen, die ein Amt im Verein bekleideten, eingeladen waren, zu streichen. Stattdessen sollte im Herbst 1967 erneut ein Winterfest stattfinden. Dieses Fest fand schon erheblich mehr Anklang, und im Laufe der Jahre besserte sich die Beteiligung immer mehr, so dass heute das Winterfest, am Samstag vor dem 1. Advent, zu einem festen Bestandteil des Vereinslebens geworden ist.
Mit neuem Schwung in die siebzigerJahre
Der Wechsel ins siebte Jahrzehnt dieses Jahrhunderts brachte dem Schützen- und Heimatverein zunächst einmal einen Wechsel in fast allen Vorstandspositionen. Der erste Vorsitzende Bernhard Wjllenbrink bat nach 20-jähriger Tätigkeit für den Verein (14 Jahre Oberst, 6 Jahre Vorsitzender) um Entlassung. Zum neuen Vorsitzenden wählte die Generalversammlung Willi Schulz, das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernahm Bernhard Herweg von Ewald Venhues. Im nächsten Jahr Übernahm Erich Wiesmann die Aufgabe des Kassierers von Bernhard Besselmann. Bereits im Jahre 1969 hatten Alfons Sickmann das Amt des Schriftführers von Bernhard Averbeck und Hubert Herweg das Kommando über die Ehrengarde von Heinz Suthoff übernommen. Die Ehrengarde war bereits 1958 auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Franz Tilkorn gegründet worden, war jedoch bislang eine recht kleine Truppe von ca. 25 bis 30 Personen geblieben.
In den nun folgenden Jahren bemühte man sich besonders, junge Leute für die Ehrengarde zu begeistern. Keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass diese Jahre geprägt sind von einer Jugendgeneration, die an der Wirtschaftswunderwelt der Eltern zweifelt, und dass in dieser Zeit Gammler und Hippies die Straßenbilder der Städte bestimmen. Doch lange Haare und moderne Ideen werden toleriert. Bei der Festgestaltung, insbesondere bei der Auswahl der Tanzkapellen, nimmt man Rücksicht auf die Interessen der Jugendlichen. So gelingt es, dank intensiver Werbeaktionen, ganz besonders aber auch dank des gekonnten Führungsstils des Kommandeurs, in den nächsten Jahren rund 50 Jugendliche in den Verein aufzunehmen, so dass die Garde im Jahre 1975 rund 80 Mitglieder zählte.
Ein ganz besonderes Jahr war für Hoetmar und insbesondere für den Schützen- und Heimatverein das Jahr 1975, in dem Hoetmar als Golddorf weit über seine Grenzen hinaus bekannt wurde. Auf der Generalversammlung am 15. Februar konnte man den sonst so redegewandten 1. Vorsitzenden des Vereins für einen kurzen Moment sprachlos sehen. Willi Schulz hatte gerade über die Aktion »Unser Dorf soll schöner werden« berichtet und alle Vereinsmitglieder aufgefordert, bei der Verschönerung des Dorfes mitanzupacken, um das Jahr 1975 vergolden zu können, als beim Punkt »Sonstiges« ein unerwarteter Antrag gestellt wurde. Ein Schützenbruder erklärte, eine Gruppe junger Damen habe die Absicht, eine Damengarde zu gründen und erbitte hierfür die Genehmigung der Versammlung. Nach kurzer, schon erwähnter Sprachlosigkeit, erklärte der Vorsitzende, er habe keine Bedenken, und da auch aus der Versammlung keine geäußert wurden, marschierten beim Schützenfest 21 Damen, unter dem Kommando von Monika Bußfeld, mit, zu dieser Zeit noch ein sehr seltenes Bild.
In den Tagen und Wochen vor dem Schützenfest wird immer gerätselt und gewettet, wer wohl neuer Schützenkönig wird, doch in diesem Jahr war man besonders gespannt, denn König im neuen Golddorf, das war doch schon was. Zunächst waren es hauptsächlich Ehrengardisten, die dem Vogel das Leben schwer machten, doch dann trat ein Alt-Verdienter an die Vogelstange. Heinrich Mestrup, Mitglied im Festkomitee seit 1951, Hauptmann seit 1965 und seit 1969 Oberst, brauchte nicht nachzuladen, denn zwei Schuss mit der Schrotflinte reichten ihm, um den Vogel von der Stange zu holen. Mit seiner Frau, Königin Auguste, gingen sie als Majestäten auf den Marienthron (alle Hofdamen hießen mit Vornamen Maria) in die Annalen des Vereins ein. Für eine Überraschung sorgte am nächsten Tag Reinhold Lechteneuer, 75 Jahre alt, und besser bekannt unter dem Namen »Onkel Reinhold«. Er schoss den Hampelmann ab und wurde ältester und wohl auch glücklichster Hampelmannkönig Hoetmars.
Doch nach dem Ball am Sonntagabend war das Schützenfest noch nicht zu Ende. Am Montagmittag trafen sich einige Herren vom Vorstand am Dorfbrunnen, um dieses Schmuckstück Hoetmars, das eine frevlerische Hand mit Waschpulver zum Überschäumen gebracht hatte, zu säubern. Hierzu gesellte sich, das Bier im Schlepptau, die Ehrengarde, die schon seit einigen Jahren am Montag einen richtigen Kehraus zu feiern pflegte. Bald war das halbe Dorf auf den Beinen und das nächste Volksfest in vollem Gange. Auch Gäste aus Freckenhorst hatten sich eingefunden, und Franz Beuning demonstrierte allen, wie gut er noch im hohen Alter auf dem Lenker sitzend Fahrrad fahren konnte.
Heinrich Mestrup nimmt seine Königsstellung zum Anlass, die Aufgabe des Obersten auf Bernhard Krummacher, der dieses Amt auch schon von 1964 bis 1968 ausgeübt hat, zu übertragen. Bernhard Krummacher erklärte dazu, dieses Amt nur übernehmen zu können, wenn er vom Ehepaar Köhne ein Pferd geliehen bekäme. Dank der Zusage für die musikfeste Stute »Lady« blieb er als Oberst bis zum Jahre 1983 tätig. Dann wurde er selbst Schützenkönig und legte seine Aufgabe in die Hände des bisherigen Hauptmanns Klaus Köhne, der 1979 Paul Herweg nach 10-jähriger Tätigkeit abgelöst hatte. Und noch ein Wechsel sei hier vermerkt. Das Festkomitee, das für Herrichtung und Ausschmückung des Festplatzes, Überwachung von Vogel- und Preisschießen und für die Kinderbelustigung verantwortlich ist, erhält im Jahre 1980 einen neuen Vorsitzenden. Bernhard Figge, Mitglied des Komitees seit 1950 und dessen Vorsitzender von Anfang an, übergibt diese Aufgabe an Josef Höving.
Die siebziger und achtziger Jahre sind geprägt von einem stetigen Aufstieg des Vereins. Zählt der Verein im Jahre 1970 noch keine 300 Mitglieder, so sind es 492 im Jahre 1980 und 558 in 1986. Schon 1976 wurde der Platz im Festlokal Bütfering trotz eines Zeltanbaus zu eng, so dass man beschloss, für Nichtmitglieder 10,- DM Eintritt zu verlangen. Konnten 1969 dem Oberst 135 angetretene Schützen gemeldet werden, so waren es schon 201 in 1975 und 241 in 1986. Besonderen Anteil an diesem Wachstum hatte die Ehrengarde. Dank einer stetigen Kameradschaftspflege, nicht nur an den Schützenfesttagen sondern auch im Laufe des Jahres, z.B. bei den Übungsabenden und beim alljährlichen Ehrengardenausflug, wurde die Zahl der Ehrengardisten jährlich größer. Deshalb werden der Kommandeur und der Sprecher der Ehrengarde Mitglieder des Vorstandes. Auch hier zeigt sich der Wert guter Nachwuchsarbeit, denn nicht nur die bisherigen Kommandeure sind heute noch als Offiziere tätig (Heinz Suthoff als Hauptmann, Hubert Herweg als Kommandeur der l. Kompanie), auch die meisten Sprecher der Ehrengarde sind heute noch aktiv im Verein tätig. Sprecher waren: Hubert Haarmann (heute Festkomiteemitglied), Josef Höving (Vorsitzender des Festkomitees), Udo Löckmann, Heiner Ruthmann (zunächst Kassierer, jetzt Schriftführer) und seit 1980 Josef Heitkemper-Terharen. Zu ihrem 25-jährigen Jubiläum in 1983 zählte die Ehrengarde 126 Mitglieder. Aus diesem Anlass wird aus den älteren Mitgliedern unter dem Kommandeur eine neue Kompanie gebildet. Neuer Kommandeur der Ehrengarde wird Bernd Besselmann, das Kommando über die Damengarde übernimmt Regina Flaßkamp.
Stets war man bemüht, auch Neubürger für den Verein zu gewinnen und entsprach dabei sogar einer langen Tradition des Vereins. Denn von den Vorstandsmitgliedern des Jahres 1912 waren lediglich 2 gebürtige Hoetmarer, und auch heute stehen als Vorsitzender und Oberst zwei Herren an der Spitze, deren Wiege weit entfernt von Hoetmar stand.
So reiht sich in den Jahren Schützenfest an Schützenfest oder man könnte auch sagen, ein Volksfest an das andere, denn zum Schützenfest ist die ganze Gemeinde auf den Beinen.
Nach dem Antreten und dem Umzug durch das Dorf bringt häufig schon die Königsproklamation einen ersten Höhepunkt, denn Zeremonienmeister Willi Huerkamp, der dieses Amt bereits seit 1967 ausübt, ist hier stets für eine Überraschung gut; sei es durch erheiternde Ansprachen oder auch durch gelungene Einlagen wie im Jahre 1976, als er mit der neuen Kommandeuse der Damengarde Anni Schneyer ein Tänzchen auf das Grün des Sportplatzes legte, oder zwei Jahre später, als er den Schützen ein Faß Bier entgegenrollte, weil alle seinem Aufruf gefolgt und in weißen Hosen angetreten waren. So gelingt es ihm immer wieder, die Schützen auf das folgende Preis- und Vogelschießen einzustimmen.
Gerade das Preisschießen, an dem sich auch die Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren beteiligen können, erfreut sich immer größerer Beliebtheit und hier zeigt sich, wie sich Nachwuchsarbeit auszahlt, denn kaum ein Jugendlicher, der sich in die Siegerliste eintragen konnte, fehlt später in der Mitgliedsliste der Ehrengarde.
Etwa ab 15.00 Uhr am Samstag füllt sich der Festplatz Zusehens mit Zuschauern, denn nun naht die Zeit des Königsschusses. Steht dann der König fest, beginnt das Raten um die Thronbesetzung, während sich der König mit Vorstand und Offizieren zurückzieht. Und hier erlebt man dann die unterschiedlichsten Reaktionen. Einmal bei den Königen: der eine, vorbereitet und gefasst, einen Zettel mit der Hofstaatbesetzung bereits in der Tasche, der andere, völlig überrascht und kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Aber auch bei den Ehefrauen: die eine leichenblass oder auch entsetzt, doch meistens freudig überrascht und manchmal auch mit Freudentränen auf den Wangen.
Der Samstagabend und Sonntagvormittag gehören noch einmal dem alten König, bevor nach dem Hampelmannschießen am Nachmittag zwei Höhepunkte folgen. Zunächst für die Vereinsmitglieder von morgen die Kinderbelustigung, und es ist schon herrlich zu beobachten, mit wieviel Begeisterung die Kinder bei der Sache sind. Dank gebührt hier auch den Organisatioren, denen es immer wieder gelingt, mit neuen Ideen die Spiele attraktiv zu gestalten.
Dann die Krönung des Königspaares durch den Zeremonienmeister und seiner Ehefrau Marietheres, und anschließend der Fahnenschlag. Der Fahnenschlag hat in Hoetmar eine lange Tradition. Schon im Jahre 1953, von Paul Schapmann vorgeführt, gehört er seit 1965 als fester Bestandteil zum Krönungsprogramm und wurde zunächst von zwei, dann von drei und seit über fünfzehn Jahren von vier Ehrengardisten ausgeübt. Ausgeführt wird der Fahnenschlag mit großen Fahnentüchern, und wer einmal eine solche Fahne mit dem Kontergewicht aus Blei getragen hat, kann ermessen, wie viel Übungsstunden ein gekonnter Fahnenschlag erfordert.
Natürlich besteht ein Schützenfest nicht nur aus offiziellen Programmpunkten, nachmittags und abends bleibt immer noch viel Zeit für Unterhaltung und Tanz bei Bier und Wein; und dieses alles zusammen macht den Reiz des Festes aus. Und dann bleiben da noch die vielen „Histörchen“ am Rande, über die im kleinen Kreis herzhaft gelacht wird. Nur selten werden solche Erlebnisse in die Chronik aufgenommen, doch wohl jeder wird sich bei dem einen oder anderen Stichwort an eine Begebenheit erinnern. Als Beispiel diene hier nur das Stichwort „reiten“. Der Spieß gehört nicht zu den berittenen Offizieren, sondern erledigt seine Aufgaben zu Fuß. Anders jedoch beim Schützenfest 1963. August Recker hatte gerade antreten lassen, als ihm ein Pony zur Benutzung übergeben wurde. Auch dem ungeübtenReiter fiel es nicht schwer, das Pferd zu besteigen, reichten doch die Beine bis zum Boden. So erhielt der Hautmann erstmals Meldung von einem berittenen Spieß, und nicht nur der König des Jahres soll herzhaft über diesen Reiter gelacht haben.
22 Jahre später – kurze Pause vor dem Zapfenstreich auf dem Schulhof zur Erledigung menschlicher Bedürfnisse. Willi Huerkamp nutzt diese Pause zu einem Ausflug auf einem verwaisten Pferderücken – wieder einmal eine gelungene Einlage.
So manches gäbe es noch zu berichten, insbesondere vom sogenannten Apendag, dem Montag nach dem Fest. Dieser dritte inoffizielle Tag hat sich immer mehr zu einer festen Einrichtung entwickelt. Der Tag gehört vor allem der Ehrengarde, die dann den Hampelmannkönig gebührend zu feiern weiß. Darum hier einmal die Hampelmannkönige der letzten Jahre:
| 1968 Bernhard Borgmann 1969 Theo Ruthmann 1970 Ludger Hagenhoff 1971 Gustav Peter 1972 Toni Piekenbrink 1973 Berthold Gersmann 1974 Rainer Kampschulte 1975 Reinhold Lechteneuer 1976 Heinz Höving 1977 Paul Bruland |
1978 Helmut Lehmann 1979 Theo Suntrup 1980 Bernhard Besselmann 1981 Klemens Kalisch 1982 Werner Schulze Selting 1983 Paul Osthues 1984 Georg Eickhoff 1985 Fr.-Josef Künne 1986 Norbert Liermann |
Aber was wäre ein Schützenfest ohne Vogel und Musik! Neben verschiedenen Musikzügen sorgt der Sendenhorster Spielmannzug seit über 25 Jahren für den richtigen Ton in Hoetmar. Und das nicht nur an den beiden Schützenfesttagen, sondern auch stets auf der Generalversammlung am ersten „Fastensamstag“. Doch noch eine weitere Aufgabe haben die „Knüppeljungs“ (und Mädchen) aus Sendenhorst übernommen. Am Schützenfestsonntag frühmorgens um 5 Uhr, wenn die letzten Feiernden gerade erst den Weg ins Bett gefunden haben, sind sie schon wieder in Hoetmar. Unter Führung des Schützenbruders Paul Austerhoff, der auch seit vielen Jahren Vogel und Hampelmann baut, geht es dann kreuz und quer durch Hoetmar und die Bauernschaften. Mit klingendem Spiel werden Majestäten, Hofstaat und Offiziere geweckt. Gerade auch von diesem Weckruf, der mit einem Frühstück bei der Königin ausklingt, gäbe es so macht Geschichte zu berichten.
Bereits seit einigen Jahren spielt das diesjährige Jubiläum in den Planungen der Schützen eine wichtige Rolle. Bevor man jedoch in die engere Vorbereitung ging, wurde erst noch einmal Schützenfest gefeiert. König des Jahres 1986 wurde mit einem gezielten Kleinkaliberschuß der langjährige Schießobmann der Vereines Ewald Drees, ein Überraschung für alle Besucher und ganz besonders wohl für ihn selbst. In der darauffolgenden Zeit vergeht kein Monat, in dem nicht Vorstandssitzungen und Besprechungen zur Vorbereitung des Jubiläumsfestes stattfinden. Erstmalig in der Vereinsgeschichte werden die Feste nicht im Saal, sondern im Festzelt gefeiert, das auf der Aschenfläche zwischen Sportplatz und Tennisanlage aufgebaut wird.
Quelle: Festzeitschrift zum 75- jährigen Jubiläum











