Der Heimatverein - 2. Seite

In den folgenden Jahren wurde unter der Regie des Heimatvereins echter Bürgersinn an den Tag gelegt. Die anfänglich kleine Gruppe, die häufiger als »Blümchenverein« belächelt wurde, schaffte es, die gesamte Bevölkerung für die Idee der Ortsver¬schönerung zu begeistern. Ganz Hoetmar hat gezeigt, daß durch ein harmonisches Zusammenwirken und ein gut funktio¬nierendes Vereinsleben echte Gemeinschaftsleistung erbracht werden kann. Engagement, Fleiß und Opferbereitschaft der Hoetmarer Bürger waren in den folgenden Jahren nicht nur Worte, sondern wurden in die Tat umgesetzt und auch von offizieller Seite belohnt.

Hoetmars Siege und Medaillen in der Aktion »Unser Dorf soll schöner werden«
1971 Kreissieger (Silberplakette im Landeswettbewerb)
1973 Kreissieger (Silberplakette im Landeswettbewerb)
1975 Kreissieger (Goldplakette im Landeswettbewerb, Goldplakette im Bundeswettbewerb)

Goldmedaille im Bundeswetlbewerb 1975

Im Jahre 1971 nahm Hoetmar erstmals an dem seit 1961 bestehenden Wettbewerb »Unser Dorf soll schöner werden« teil und wurde auf Anhieb Kreissieger. Im gleichen Jahr errang das Dorf im Landeswettbewerb die Silbermedaille und einen Ehrenpreis. Hoetmar wurde als »Blumendorf« über seine Grenzen hinaus bekannt. Hervorragender Blumenschmuck verschönte Vorgärten, Häuserfassaden, Balkone und freie Plätze. Hoetmars Blütenpracht war einmalig.

Nach diesem herrlichen Blumenschmuck begann man in den nächsten Jahren mit der intensiven Durchgrümmg des Ortskerns und der Ortsränder. Schon im Jahre 1971 war von einem Bürger der Gemeinde ein Gelände zur Schaffung einer Grünanlage am Ortseingang aus Richtung Warendorf zur Verfügung gestellt worden. 1972 legte man eine weitere Grünanlage am Ortseingang aus Richtung Münster an, die sich vorbildlich in das Ortsbild einfügt. Weiterhin wurden Wanderwege befestigt und neue angelegt. In Gemeinschaftsarbeit erstellte man in den vom Grafen von und zu Westerholt bereitgestellten Wiebusch eine Trimmstrecke.

Im Ortszentrum, am Schul- und Kindergartengebäude, stellte die Gemeinde Grund und Boden zur Verfügung, auf dem ein Bolz- und Spielplatz mit einem Rodelberg für Groß und Klein angelegt werden konnte. In Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, verschiedenen Vereinen und Mitbürgern wurden die Anlagen hergerichtet, eingegrünt und bepflanzt. Einige Bauern stellten das Holz für die Spielgeräte zur Verfügung. In mehreren Aktionen wurden die Spielgeräte gezimmert, wobei verschiedene ortsansässige Firmen behilflich waren. Große Unterstützung bei Planung und Durchführung vieler Aktionen leisteten Kreisgartenbauinspektor Harnischmacher und Amtsdirektor Nagel.

Zur Ortsverbesserung und Verschönerung zählte auch die Renovierung der Kirche mit dem Einbau einer neuen Orgel, die ausschließlich aus Kollekten, Spenden und Gemeinschaftsaktionen finanziert wurde. In diese Zeit fiel auch die Neugestaltung des Kirchplatzes und der Umgebung der Kirche mit der Erstellung eines neuen Ehrenmals und der Anlage eines Brunnens. Die neue Brunnenanlage entstand an der Stelle des alten Dorfbrunnens. Es wird zwar jetzt kein Wasser mehr entnommen, aber der Brunnen wurde im Zusammenhang mit den dort aufgestellten Ruhebänken ein Treffpunkt für jung und alt.

Bei allen Aktionen zur Dorfverschönerung schalteten sich die örtlichen Vereine und Verbände immer wieder spontan ein. Der »Lohn« war zum einen die Verschönerung des Dorfes, zum anderen aber auch als offizielle Auszeichnung die Verleihung der Silberplakette auf Landesebene. Neben der Silberplakette er¬hielt Hoetmar 1973 für besonders gute Durchgrünung des Ortes als Sonderpreis der Landwirtschaftskammer einen Urweltmammutbaum.

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